Rückverfolgung

Wird bei einer spendenden Person festgestellt oder besteht der begründende Verdacht, dass sie mit HIV, mit Hepatitisviren oder anderen Erregern infiziert ist, ist die entnommene Spende auszusondern und dem Verbleib vorangegangener Spenden nachzugehen.

Sind Blutprodukte , bei denen der begründete Verdacht besteht, dass sie Infektionserreger übertragen, angewendet worden, so sind die Einrichtungen der Krankenversorgung verpflichtet, die behandelten Personen unverzüglich zu unterrichten und ihnen eine Testung zu empfehlen.

Wird bei einer zu behandelnden oder behandelten Person festgestellt oder besteht der begründete Verdacht , dass sie durch ein Blutprodukt infiziert worden ist, muss die Einrichtung der Krankenversorgung der Ursache der Infektion unverzüglich nachgehen.

Sie hat das für die Infektion oder den Verdacht in Betracht kommende Blutprodukt zu ermitteln und den pharmazeutischen Unternehmer mit Angaben zum verabreichten Produkt und der Chargenbezeichnung unverzüglich zu unterrichten.

Von der Person, bei der der Verdacht auf die Nebenwirkung aufgetreten ist, ist das Geburtsdatum und das Geschlecht anzugeben. Der pharmazeutische Unternehmer hat zu veranlassen, dass die spendende Person ermittelt und eine Nachuntersuchung empfohlen wird.

Vom Spender ausgehendes Rückverfolgungsverfahren: Anlaß: der Verdacht einer Infektiösität eines Spenders ergibt sich aus einem reproduzierbar positiven Ergebnis eines Screening-Testes auf HIV- oder HCV-Antikörper sowie HbsAG. Hiermit erfolgt die Einleitung des Rückverfolgungsverfahrens durch die Blutbank. Alle Spenden und die daraus hergestellten Präparate werden identifiziert.

Es erfolgt die Benachrichtigung sämtlicher Ärzte ( Kliniken ) , an welche die betreffenden Präparate ausgeliefert worden sind. Für uns gilt:

1. Eventuell noch vorhandene Präparate werden vernichtet.

2. Der Transfusionsverantwortliche ermittelt den Empfänger des Präparates. Dieser wird benachrichtigt und es wird eine Nachuntersuchung veranlasst.

3. Wenn weniger als 6 Monate seit Verabreichung der infizierten Spende verstrichen sind, ist außerdem eine Blutprobe nach 6 Monaten zu untersuchen. (Aufgabe des Transfusionsverantwortlichen)

4. Die Einleitung und das Ergebnis des Rückverfolgungsverfahrens wird vom Transfusionsverantwortlichen an die zuständige Landesbehörde und die Bundesoberbehörde gemeldet.

Vom Empfänger ausgehendes Rückverfolgungsverfahren: Der Verdacht einer HIV-, HBV- oder HCV-Infektion des Empfängers durch eine Einzelspende oder Kleinpoolpräparate ergibt sich, wenn der Empfänger nach Verabreichung Anti- HIV , Anti-HCV oder HbsAG positiv ist ( es sei denn, dass die entsprechende Infektion bereits vor Verabreichung des/der Präparate/s bekannt war ) ob eine generelle Vortestung oder zumindest eine Blutprobenentnahme vor Verabreichung von Blutpräparaten erfolgen soll, wird zur Zeit diskutiert. Für uns gilt:

1. Besteht der Verdacht auf eine durch Blutpräparate verursachte Infektion wird der Transfusionsbeauftragte der jeweiligen Abteilung und der Transfusionsverantwortliche benachrichtigt.

2. Die Einleitung des Rückverfolgungsverfahrens wird vom Transfusionsverantwortlichen an die zuständige Landesbehörde gemeldet.

3. Es werden alle, dem Empfänger verabreichten Blutpräparate mit Ausnahme von Albumin ermittelt. Andere Infektionswege sind in Betracht zu ziehen.

4. Es erfolgt eine Meldung an den /die pharmazeutischen Unternehmer, die das fragliche Präparat produziert hat.

5. Der pharmazeutische Unternehmer meldet die Einleitung und das Ergebnis des Rückverfolgungsverfahrens der zuständigen Landesbehörde und der Bundesoberbehörde.

6. Der pharmazeutische Unternehmer veranlasst die Identifizierung der Spender , aus dessen Spenden das Präparat hergestellt wurde. Besteht also beim Empfänger von Blut und Blutprodukten, eine HIV, HBV oder HCVInfektion, bei der nicht ausgeschlossen werden kann, dass sie durch Spenderblut oder daraus hergestellten Produkten verursacht wurde, muss das Rückverfolgungsverfahren eingeleitet werden.

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