Übertragung von Fremdblut und Fremdblutbestandteilen

Aufklärungspflicht

Dienstanweisung

Konsens aller Fachabteilungen verabschiedet auf der Transfusionssitzung am 27.05.98

Im Transfusionsgesetz ist die Aufklärungspflicht bei der Übertragung von Fremdblut und Fremdblutbestandteilen obligat vorgeschrieben. Eine Festlegung, wie dies zu erfolgen hat sind weder im Gesetz noch in der bisher gültigen Rechtsprechung beschrieben. Dies gilt sowohl für die Inhalte der Aufklärung wie auch für die Form. Im Rahmen des gesetzlich geforderten Qualitätssicherungssystems muß dies bis zum Januar 2001 umgesetzt sein.

In Notfallsituationen darf und kann bei Übertragung von Fremdblut und Blutbestandteilen von der Aufklärungspflicht abgewichen werden. Allgemein gilt aber auch hier, daß der Patient rechtzeitig (wie lange vorher ist nicht ausdrücklich festgelegt) über Erfolgsaussichten und Risiken der geplanten Transfusion informiert werden muß, so daß er durch sorgfältige Abwägung des Für und Wider seine Entscheidungsfreiheit und damit sein Selbstbestimmungsrecht wahren kann.

1. Präoperative Aufklärung: Die Aufklärung erfolgt im Rahmen der Operationsrisikoaufklärung durch den Chirurgen. Auf die ggf. erforderliche Gabe von Bluttransfusionen und Fremdblutbestandteile intra- und/oder postoperativ wird hingewiesen. Die damit verbundenen Risiken werden besprochen und auf dem bestehenden Aufklärungsbogen dokumentiert. Fakultativ besteht weiterhin die Möglichkeit, daß die Anästhesisten im Rahmen der Prämedikation spezifi-sche Fragestellungen bezüglich Fremdblut und Fremdblutbestandteilen in ihre Dokumentation mit aufneh-men.

2. Falls im normalen Routinablauf die Übertragug von Blut und Blutbestandteile erforderlich wird, wird der Patient rechtzeitig über die Notwendigkeit dieser Maßnahmen und bestehende Risiken aufgeklärt. Die aufklärung wird auf dem bestehenden Aufklärungsbogen dokumentiert.

3. Bei chronisch transfusionsbedürftigen Patienten ( insb. Dialyse, Hämatologie, Onkologie) wird wie im Punkt 2. ausgeführt vorgegangen. Bei Folgetransfusionen während eines stationären Aufenthalts oder bei Dialysepatienten kann von diesem Vorgehen abgewichen werden. Hier wird bei der ersten dokumentierten Aufklärung ein Vermerk im Aufklä-rungsbogen erfolgen, daß Wiederholungstransfusionen wahrscheinlich erforderlich sind und der Patient da-mit einverstanden ist.

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