Kosten- und Leistungszuordnung im Labor

Das Labormanagement stößt bei der Überwachung von Leistungsvolumen und Kosten im Labor immer wieder auf Schwierigkeiten. Der Grundsatz aus der Leistungserfassung muss auch hier gelten:

Es werden alle Kosten zugeordnet, die durch die Erbringung von Leistungen der GoÄ Gruppe M (Labor) entstehen.

Die verwaltungstechnisch notwendige Systematik (z.B. nach Kostenarten wie bei der InEK) hilft bei der Kosten- und Leistungsüberwachung innerhalb des Labors nur bedingt weiter.

Deshalb sollten zusätzliche oder eigene Zuordnungen möglich sein. Wie das Labor innerhalb eines Krankenhauses nur eine Abteilung ist, so sind die Arbeitsplätze innerhalb eines Labors die Unterabteilungen.

Hämatologie, klinische Chemie und Immunologie, Gerinnung, Immunhämatologie, Mikrobiologie, POCT wären Beispiele für Arbeitsplätze.

Besonders die Trennung der Kosten für die laborinternen Leistungen, der patientennahen Sofortdiagnostik (POCT) und den Fremdlaborleistungen erleichtern die Steuerung und Kontrolle.

Für spätere Vergleiche zwischen mehreren Laboren muss eine enge Abstimmung über die Systematik erfolgen.

Sachkosten:

Alle Sachkosten (aus Verträgen, medizinischem Bedarf u.a.) werden den definierten Arbeitsplätzen zugeordnet. Sachkosten, die keinem einzelnen Arbeitsplatz zugeordnet werden können, werden in einem übergeordneten Arbeitsplatz ‚Allgemein‘ zusammengefasst.

Die Auswertung der Leistungen (Analysenzahl) und deren Bewertung (GoÄ-Punkte) folgt dem selben Schema.

Beispiel:

Sachkostenverteilung:

Eine retrospektive Zuordnung ist nur mit viel zeitlichem Aufwand möglich und wegen fehlenden Dokumenten oft unvollständig.

Zur zeitnahen oder automatischen Zuordnung bieten sich drei Alternativen an.

  1. Alle Artikel werden in einer laboreigenen Tabelle mit Zuordnung und Preisen angelegt. Bei der Freigabe von Rechnungen durch die Laborleitung wird die Tabelle mit der Anzahl der gelieferten Artikel kontinuierlich gefüllt. Eine Auswertung kann durch das Setzen von Filtern erfolgen.

Beispiel:

Artikel Lieferant Best.Nr. Einh./Pck. Arbeitsplatz Einzelpreis Anzahl 2019 Kosten
ATIII Reagenz Lieferant 1 4711 5x10ml Gerinnung 125 € 15 1.875 €
Wartung Gerinnung Lieferant 1
1 Gerinnung 2.600 € 1 2.600 €
Wartung Zentrifuge Lieferant 2
1 Allgemein 185 € 1 185 €



  1. Einsatz eines Programms zur Materialwirtschaft, das schon bei der Bestellung und Lieferung eine Zuordnung auf laborspezifische Kostenstellen zulässt. Die richtige Zählung und Zuordnung erfolgt nach einmaliger Stammdatenanpassung automatisch ohne zusätzlichen Aufwand.

  2. Einsatz eines Programms zur Freigabe der Laborrechnungen, das zusätzlich eine Zuordnung auf laborspezifische Kostenstellen zulässt.

Personalkosten:

Hier gibt es ohne zeitaufwendige Zeiterfassungen nur die Möglichkeit der Abschätzung.

Personalkostenverteilung:

Die Schätzung der Verteilung in den Routinezeiten durch MitarbeiterInnen vor Ort ergibt in der Regel ein ziemlich genaues Bild.

Beispiel:

Arbeitsplätze Besetzung werktags (VK) Kostenverteilung
Hämatologie 0,50 12,5%
Gerinnung 0,50 12,5%
klinische Chemie Immunologie 1,00 25,0%
Blutgruppen/Kreuzproben 0,75 18,8%
Mikrobiologie 0,25 6,3%
Allgemein 1,00 25,0%
Zusammen 4,00

Die Bruttopersonalkosten können nach dem ermittelten Schlüssel zugeordnet werden. Bis auf einzelne Arbeitsplätze (evtl. Mikrobiologie) gilt die relative Kostenverteilung auch außerhalb der Routinezeiten

Vorteile:



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