Nachfolgend werden die Arbeitsanweisungen vorgestellt, wie sie zusammen mit der Transfusionsordnung als Dienstanweisungen gültig sind.

Natürlich ist die Verfahrensweise auf eine bestimmte Austattung und bestimmte Reagenzien abgestimmt. Angepaßt können sie aber auch in anderen Labors eingesetzt werden. Im Orginal sind die Vorschriften als SOP's abgefaßt und im Blutgruppenlabor in einem Wandregister verfügbar.

I. Allgemeine organisatorische Regelungen

Blutgruppenbestimmung

Die Blutgruppenbestimmung umfasst die ABO-Eigenschaften, den Rh-Faktor und den Antikörpersuchtest.

Alle Blutgruppenanforderungen werden zunächst im Computer abgefragt. Ist die Blutgruppe bereits im Computer gespeichert, und bei uns im Labor bestimmt worden, ist diese zu bestätigen mit der Durchführung der ABO- und Rh-Eigenschaften (Ansatz von Anti-A, Anti-B und ein Anti-D). Diese Kurzbestimmung ist auch im Blutgruppenbuch mit Reaktionsausfall zu dokumentieren.

Ist die Blutgruppe noch nicht in unserem Labor bestimmt worden, so ist eine komplette Bestimmung und Dokumentation erforderlich.

Zu jeder Blutgruppenbestimmung gehört ein Antikörpersuchtest.

Liegt ein Blutgruppenpaß oder ein Mutterpaß von Patienten vor, und die Blutgruppe ist noch nicht bei uns gemacht worden, so ist ebenfalls eine komplette Bestimmung erforderlich.

Wird in dem Paß auf klinisch relevante Antikörper hingewiesen, sind diese bei der Konservengabe zu berücksichtigen, selbst wenn sie aktuell nicht festgestellt werden können.

Alle Blutgruppen, die vor Dezember 1997 als Du bestimmt worden sind, werden neu bestimmt und nach den neuen Richtlinien beurteilt (D positiv, Dweak, Verdacht auf D VI).

Bei Kindern, Mädchen und Frauen im gebärfähigen Alter( bis 40 Jahren) mit voraussehbarer Transfusion ist die Rh-Untergruppe und Kell zu bestimmen und bei der Transfusion zu berücksichtigen (Anforderung durch den Arzt auf dem Blutgruppenschein).

Bei Patienten mit Langzeittransfusion ist die Untergruppe nach Anforderung durch den behandelnden Arzt zu bestimmen und bei der Transfusion zu berücksichtigen (neuer Blutgruppenschein).

Es wird für diese Patientengruppe vorerst kein eigenes Konservendepot angelegt, sondern im Bedarfsfall nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt entsprechende Konserven bestellt.

Durchführung der Blutgruppenbestimmung :

Die Blutgruppenbestimmung erfolgt mit monoklonalen Reagenzien Anti-A, Anti-B, Anti-AB und die Serumgegenprobe mit A1- A2- B- und O-Erythrozyten.

Bei Neugeborenen und Kindern erfolgt eine Doppelbestimmung der Eryeigenschaften mit monoklonalen Testreagenzien von zwei verschieden Firmen (auf verschiedene Klone achten).

Nabelschnurblut ist als solches zu kennzeichnen und im Blutgruppenbuch zu dokumentieren.

Die Blutgruppenbestimmung aus Nabelschnurblut dient in erster Linie zur Diagnostik bei der Mutter (Anti-D Prophylaxe), aus diesem Grund erfolgt hier keine Bestimmung der Rh-Untergruppen und Kell.

Bei jedem Neugeborenen ist ein Direkter Coombstest aus dem Nabelschnurblut durchzuführen.

Wird eine Transfusion bei einem Neugeborenen erforderlich, erfolgt die Bestimmung von Rh-Untergruppen und Kell aus venös abgenommenem Blut.

Alle Neugeborenen und Kinder unter einem Jahr bekommen im Buch den Stempel "Vorläufiger Befund, bitte Kontrolle". Auf dem Blutgruppenschein ist dies bereits aufgedruckt.

 

Dokumentation und Kontrolle der Blutgruppenbefunde

Alle Blutgruppenbefunde werden mit Angabe der Reaktionsstärke im Blutgruppenbuch dokumentiert.

In der Routinearbeitszeit erfolgt die Doppelablesung durch den zuständigen Internisten.

Werden in der Routinearbeitszeit Konserven ausgegeben, wo noch keine Doppelablesung durch den Oberarzt stattgefunden hat, so erfolgt diese durch eine KollegIn. Im Bereitschaftsdienst im Notfall werden die Konserven ohne vorherige Doppelablesung der Blutgruppe ausgegeben.

Alle Blutgruppenbefunde werden in die EDV eingeben. Einzige Ausnahme sind die Blutgruppen aus Nabelschnurblut, da diese lediglich für die Diagnostik bei der Mutter von Bedeutung sind.

Die Kontrolle der EDV-Eingabe von Blutgruppen erfolgt durch eine KollegIn.

Für die Dokumentation der Doppelablesung ist im Blutgruppenprogramm eine Funktion aktiviert.

Änderungen von Blutgruppenbefunden in der EDV können nur autorisiert und erkennbar vorgenommen werden. Sie sind immer dann erforderlich, wenn z.B. eine nachträglich bestimmte Untergruppe eingeben werden muss oder ein Antikörperbefund nachgetragen wird.

 

Untersuchungsmaterial

Für alle Blutgruppenserologischen Bestimmungen wird in der Regel eine separate Serummonovette benötigt. Bei Dialysepatienten kann auch eine Lithium-Heparin Monovette abgenommen werden, um Probleme mit glupschigen Seren zu vermeiden.

Das Rh-System

Neben dem D-Antigen, das den Rh-Faktor bestimmt, gehören noch Antigene C, c, E, e und deren Varianten zum Rh-System. Auf der Oberfläche eines D-positiven Erythrozyten befinden sich ca. 10.000 - 30.000 D-Rezeptoren. Das einzelne D-Antigen setzt sich wie ein Mosaik aus verschiedenen Epitopen (Teilantigenen) zusammen.

Einteilung schwacher D-Antigene (früher Du)

1. Dweak

a) Die Epitope sind vollständig, die Anzahl der D-Antigene sind jedoch verringert (3.000-8.000).

b) Positionseffekt (Ceppellini-Effekt):

Das D-Merkmal wird durch ein C-Gen in Transposition unterdrückt (z.B. CCD.ee).

Diese Personen können kein Anti-D bilden und daher als Rh-positiv eingestuft werden (sowohl als Empfänger, wie auch als Spender). Schwangere erhalten keine Anti-D Prophylaxe.

2. Kategorie-D (= D partial)

a) Es fehlen einige Epitope, aber die Anzahl der D-Antigene liegt im Norm-bereich eines D-positiven Probanden.

b) Es sind nicht alle Epitope vorhanden und die Anzahl der D-Antigene ist ver-mindert (z.B. Kategorie D VI).

Diese Personen können ein Anti-D bilden und sind als Empfänger Rh-negativ und als Spender Rh-positiv. Bei Schwangeren erfolgt eine Anti-D Prophylaxe.

Bestimmung des Rh-Faktors

Der Anti-D Ansatz erfolgt mit zwei verschiedenen monoklonalen Anti-D IgM Testseren die Kategorie VI nicht erfassen und von zwei verschiedenen Klonen stammen.

Bei negativem Ergebnis beider Testansätze gelten potentielle Empfänger und Neugeborene als Rh-negativ (D-negativ). Sie bekommen negatives Blut transfundiert. Da wir nur Empfängerdiagnostik durchführen, ist in diesem Fall kein indirekter Antiglobulintest anzusetzen.

Bei übereinstimmend positivem Ergebnis der beiden Testansätze gelten die Patienten als Rh-positiv. Sie bekommen positives Blut transfundiert.

Für ein positives Ergebnis genügt eine übereinstimmend "+" (einfach positive) bis "++" (2fach positive) Reaktion in den beiden Testansätzen.

Bei zweifelhaftem = (+) oder diskrepantem Reaktionsausfall der beiden monoklonalen Testansätze ist ein Anti-D Blend anzusetzen und bis zum indirekten Coombstest zu führen. Hierbei sind positive und negative Kontrollen mitzuführen.

(Zur Beurteilung bitte das Schema der DGTI bzw. "Biotest News" zu Hilfe nehmen.)

Als Rh-positiv bzw. D weak-positiv gelten alle Patienten mit "D". Sie bekommen positives Blut transfundiert.

Ist kein eindeutiges Ergebnis abzulesen, so wird negatives Blut transfundiert.

Im Zweifelsfall wird der Patient für die Abklärung zur Blutbank geschickt, und bei weiteren Transfusionen entsprechend der Empfehlung der Blutbank transfundiert. Ein solches Ergebnis ist - ausreichend sensitive Technik vorausgesetzt - nur bei 1 unter 1000 Patienten oder seltener zu erwarten.

Alle Blutgruppen, die als Du bestimmt worden sind, werden neu bestimmt und nach den neuen Richtlinien beurteilt (D positiv, Dweak oder Verdacht auf D VI).

Zusammenfassung:

Reaktionsausfall Patient vorgesehene Transfusion :

Bestimmung der Rh-Untergruppen

Die Bestimmung von C, c, E, e erfolgt im Doppelansatz, einmal mit monoklonalen und einmal mit polyklonalen Testreagenzien.

Gleichzeitig wird das Antigen Kell mitbestimmt.

Die Bestimmung der Rh-Untergruppe und des Antigens Kell erfolgt bei folgenden Patienten: Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Langzeittransfundierten. In der Regel soll die Anforderung auf dem Blutgruppenschein vom Arzt erfolgen.

 

Schreibweise der Befunde :

Erythrozytenmerkmale: A, B, O, AB

Rh-System: Rh pos. (D pos.) und Rh pos. (Dweak pos.)

CcD.ee, CCD.ee, CcD.Ee, ccD.EE, ccD.ee

Rh neg. (D neg.) ccddee

Sonstige Merkmale: Kell pos., Kell neg. (wenn nur ein Merkmal bestimmt wird),

Kell pos. KK oder Kell pos. Kk (wenn beide Merkmale bestimmt werden).

Bei handschriftlichen Eintragungen werden die Kleinbuchstaben mit einem Querstrich über dem Buchstaben versehen.

Alle Personen mit dem Merkmal „dd“ gelten als Rh negativ, auch wenn „C“ und/oder „E“ nachweisbar sind.

Konserven mit einer solchen Konstellation sollten im Normalfall nicht Patienten transfundiert werden, wo eine Immunisierung von großem Nachteil ist (Langzeittransfundierte, Kinder und Frauen im gebärfähigen Alter).

Negative Konserven mit einem großen Buchstaben sollten bei Lieferung mit Leuchtstift gekennzeichnet werden.

Antikörpersuchtest:

Der Antikörpersuchtest gehört zu jeder Blutgruppenbestimmung.

 

Er wird anlässlich jeder Verträglichkeitsprobe wiederholt, sofern die Entnahme der Blutprobe, aus welcher der letzte AKS durchgeführt wurde, länger als drei Tage zurückliegt (Richtlinien 4.2.5.7).

 

Um transfusionsrelevante Antikörper durch Booster-Effekte nach Transfusionen und Schwangerschaften in den letzten sechs Monaten zu erfassen, ist die Kreuzprobe für weitere Transfusionen nach drei Tagen mit einer frischen Empfängerprobe erneut durchzuführen.

Beispiele:       Montag AKS, Dienstag oder Mittwoch Kreuzprobe aus der gleichen Monovette, kein neuer AKS erforderlich.

 

Im Buch und auf  dem Blutgruppenschein Datum und Ergebnis des letzten AKS vermerken.

Vorgehen bei positiver Eigenkontrolle im Diamed-System:

Durchführung eines direkten Coombstestes im Röhrchen

 Ansatz der Eigenkontrolle im Röhrchentest

Bei negativem direkten Coombstest und negativer Eigenkontrolle im Röhrchen keine Verzögerung von Kreuzprobe und Transfusion.

Abklärung in der Blutbank nur bei Verdacht auf Immunhämatologische Erkrankung.

Das Ergebnis im Buch und im Computer vermerken.

Empfehlung: Blut von Dialyse- und nephrologischen Patienten dreimal auswaschen um positive Eigenkontrolle zu vermeiden.

Serologische Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe)

Die serologische Verträglichkeitsprobe ist die unerläßlich notwendige Sicherung der Verträglichkeit vor jeder Transfusion von Erythrozytenpräparaten. Sie dient der Erkennung blutgruppenserologischer Unverträglichkeiten zwischen Spender und Empfänger durch Überprüfung der Verträglichkeit zwischen Empfängerserum und Spendererythrozyten. Dies erfolgt mit der Durchführung des indirekten Antiglobulintestes mit der Kartentechnik im Diamed-System in der LISS/Coombs-Karte.

Aus jeder neu abgenommenen Patientenblutprobe ist eine Kontrolle der ABO- und Rh-Eigenschaften durchzuführen (Ansatz von Anti-A, Anti-B und ein Anti-D). Der Reaktionsausfall ist im Blutgruppenbuch zu dokumentieren.

Ist kein Vorbefund aus dem eigenen Labor vorhanden, so ist eine komplette Bestimmung erforderlich.

Gekreuzte Konserven werden maximal drei Tage vorgehalten. Bei nichttransfundierten Patienten (innerhalb der letzten vier Wochen) gerechnet vom Tag des OP-Termins an.

Wenn nicht sicher ausgeschlossen werden kann, ob der Patient in den letzten vier Wochen keine Konserven bekommen hat, dann ist die Kreuzprobe mit AKS nach 72 Stunden mit einer frischen Blutprobe zu wiederholen.

Punkt 2.4. Blutgruppenrichtlinien besagt: Um transfusionsrelevante Antikörper durch Boostereffekt nach Transfusionen innerhalb der letzten 4 Wochen zu erfassen, ist die Kreuzprobe für weitere Transfusionen nach 3 Tagen Stunden mit einer frisch entnommenen Empfängerblutprobe erneut durchzuführen.

Beispiel: Freitag Kreuzprobe - Montag OP

Dauerkreuzprobe

Bei Patienten mit Dauervorhaltung von gekreuzten Konserven (z.B. Wöchnerinnen mit Plazenta praevia), die nicht transfundiert sind, wird die Kreuzprobe mit AKS  nach spätestens sieben Tagen mit neuem Blut wiederholt.

Auf diese Weise, stehen für einen Notfall gekreuzte Konserven sofort zur Verfügung.

Werden diese Konserven nach Ablauf von drei Tagen notfallmäßig abgeholt, Schlauchsegment entfernen und Kreuzprobe/AKS durchführen.

Steht der endgültige Termin für eine Sektio fest, wird die Kreuzprobe und der AKS mit einer frischen Blutprobe für diesen Termin durchgeführt.

Dokumentation von Kreuzprobe und AKS

Alle Kreuzproben werden im Kreuzprobenbuch dokumentiert und vom Untersucher abgezeichnet. Falls relevant, wird die Rh-Untergruppe von Patient und Konserve in die entsprechende Spalte eingetragen.

Der AKS wird entweder im Blutgruppenbuch (bei Durchführung zusammen mit der Blutgruppe) oder im Kreuzprobenbuch (bei Durchführung zusammen mit der Kreuzprobe) eingetragen.

Bei positiven Reaktionen von Kreuzprobe oder AKS wird dies unter Angabe der Reaktionsstärke und des Milieus in dem die Reaktion aufgetreten ist, im Buch und auf dem Anforderschein eingetragen.

Ist bei einer Kreuzprobe der AKS schon früher gemacht worden, so ist im Buch und auf dem Anforderschein unter Angabe von Datum und Reaktionsausfall darauf hinzuweisen.

 

Reservierung von Konserven

Wenn die Blutgruppe bereits in unserem Labor bestimmt wurde, ist aus der Monovette nur die Kurzkontrolle erforderlich. Die Kurzbestimmung ist vor der Durchführung einer Kreuzprobe durchzuführen und mit Reaktionsausfall im Blutgruppenbuch zu dokumentieren.

Ist die Blutgruppe noch nicht in unserem Labor bestimmt worden, so ist eine komplette Bestimmung mit Antikörpersuchtest erforderlich.

Für die Reservierung wird eine Monovette abgenommen, mit dem Entnahmedatum und dem Datum der Vorhaltezeit beschriftet, und auf einen Ständer im Kühlschrank 1 gestellt (Ständer mit "Reservierung" beschriften). Auf der Anforderung wird das Datum der Vorhaltezeit eingetragen. Das Original des Anforderungsscheins geht wieder auf Station, der Durchschlag wird in der Mappe abgelegt (unter dem Datum, bis wann vorgehalten werden soll) und auf der Strichliste am Kühlschrank wird die Anzahl der reservierten Konserven notiert.

Die Konserven werden bis einen Tag nach dem angegebenen OP-Termin reserviert. Für eine eventuell notwendige Notfallkreuzprobe darf das Kreuzblut nicht älter als drei Tage sein. Beispiel: kommt freitags eine Reservierung für montags, so muß am Montag eine frische Monovette abgenommen werden.

Vorgehen bei Reservierungen:

1. Bestimmung der kompletten Blutgruppe, falls noch nicht bei uns bestimmt.

2. Reservierung nur aus unserem hauseigenen Konservendepot. Wenn keine Untergruppenverträgliche Konserven vorrätig sind, wird im Notfall auf das am besten passende Blut zurückgegriffen.

3. Das Besorgen von passenden Konserven erfolgt erst nach Rücksprache mit dem anfordernden Arzt.

4. Für Dauerreservierungen bzw. Dauerkreuzproben, z.B. für eine Plazenta praevia, werden passende Konserven besorgt.

Für die Kinder-Intensivstation ist immer ein O-negatives EK reserviert und mit einem Aufkleber als "Notfallkonserve" gekennzeichnet. Damit diese Konserve nicht verfällt, wird sie rechtzeitig vor Ablauf des Verfalldatums gegen eine frische ausgetauscht.

 

Konservenvorrat

Der Blutgruppenplatz sorgt für einen ausreichenden Vorrat an Blutkonserven und GFP.

Die Bestellung erfolgt:

Nachmittags für die Lieferung am nächsten Tag per Kühlwagen nach

Vormittags von 8.00 bis 10.30 Uhr für die Lieferung mit Transmed am gleichen Tag.

Sonntags für die Lieferung per Kühlwagen am Montag.

Ausnahme: wenn nachts viele Konserven verbraucht wurden, kann von 7.30 bis 8.00 Uhr noch eine Bestellung für den Kühlwagen erfolgen.

Alle Bestellungen werden in das Infobuch eingetragen, damit auch der Bereitschaftsdienst informiert ist.

Bei der Bestellung für den allgemeinen Vorrat wird nicht auf besondere Untergruppenkonstellationen Rücksicht genommen. Für Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Langzeittransfundierte werden im Bedarfsfall, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, die entsprechenden Konserven extra bestellt.

Am Wochenende wird die Bestellung per Fax durchgegeben (Vordrucke verwenden ). Da von Kreuznach keine Rückmeldung erfolgt, ist in den Fällen, wo die Lieferung sichergestellt sein muß, doch eine telefonische Bestellung erforderlich.

Thrombohochkonzentrate und besondere Blutzubereitungen, wie z.B. leuko-depletierte EK für Frühchen, werden unter Angabe von Name, Vorname und Geburtsdatum telefonisch und per Fax bestellt.

 Anlieferung von Blutprodukten und Eingabe in die EDV

Alle gelieferten Blutprodukte werden in der EDV aufgenommen, entweder manuell oder über die Diskette, die von der Blutbank mitgeliefert wird. Die Diskette wird wieder an die Blutbank zurückgegeben.

Die Disketten werden automatisch auf Viren geprüft.

Der Lieferschein wird in den Einkauf gegeben, die Kopie des Lieferscheins wird im Ordner abgeheftet.

Besonderheit bei THK

Es kann vorkommen, dass mehrere THK mit der gleichen Nummer geliefert werden. Sie sind dann von einem Spender in einer Sitzung entnommen worden.

Hier muß manuell xxxxxx-1 bzw. xxxxxx-2 im PC eingegeben werden. Dies ist dann auch bei der Ausgabe zu beachten!

 

Eingabe und Ausgabe der 4x50 ml-Konserven

Die 4x50 ml-Konserven werden nicht immer komplett an ein Kind transfundiert. Manchmal verfällt auch ein Teil dieser Einheit. Dadurch ergibt sich immer wieder ein Problem bei der Dokumentation.

 

Dies wird durch folgendes Vorgehen vermieden:

·     Bei der Lieferung wird jede Portion einzeln in den PC aufgenommen,

z.B. Kons.-Nr. 1122334/1, 1122334/2, 1122334/3 und 1122334/4. Die               Schreibweise mit „ / „ bitte beachten wegen der Wiederfindung der Konserven. Die Eingabe ist nicht über Diskette möglich sondern muß manuell erfolgen!

 

Datensicherung

Eine Sicherung aller Daten auf den zentralen Server muß jeden Tag durchgeführt werden. Dies wird angewählt über das Icon „Blutgruppen sichern“ auf der Windowsoberfläche.

 

Ausgabe von Blutprodukten

Die Ausgabe von Blutprodukten erfolgt nur gegen Vorlage des Blutgruppenscheins. Ist der Schein z.B. im OP, den Durchschlag aus der Mappe nehmen, um die Blutgruppe und die Konservennummern zu vergleichen.

Alle Blutprodukte werden im Ausgabebuch und im Computer ausgetragen.

Einmal im Monat (in der letzten Woche) ist ein Abgleich aller Blutprodukte durchzuführen. Auftretende Diskrepanzen sind abzuklären. Falls das nicht gelingt, wird dies im Ausgabebuch und im Computer vermerkt.

Die Rücknahme von Blutprodukten in das Depot ist in folgenden Fällen möglich:

(siehe auch Tabelle)

Wenn die Blutkonserve nicht länger als eine halbe Stunde das Labor verlassen hat und noch nicht angewärmt ist.

GFP darf nicht angetaut sein und muß originalverpackt sein.

Thrombokonzentrate müssen bewegt gelagert worden sein ein         Transfusionsbesteck darf noch nicht angeschlossen sein.

Geöffnete (angestochene) Blutkonserven sind innerhalb von sechs Stunden zu transfundieren

Nichttransfundierte Konserven und GFP (auch angestochene Konserven und aufgetaute GFP) sind ins Labor zurückzugeben und im Ausgabebuch und im Computer zu dokumentieren.

Weitergabe von Blutprodukten an andere Häuser

Die Weitergabe von EK und GFP an andere Häuser in der Umgebung (Transportzeit maximal eine  Stunde) erfolgt im Styroporkarton.

Die Entnahme aus dem Kühlschrank sollte erst bei  Abholung erfolgen um die Unterbrechung der Kühlkette so kurz wie möglich zu halten.

Versand zur Blutbank :

Antikörperabklärung und Kreuzproben

Abzuklären ist jeder positive AKS. Wird dies vom behandelnden Arzt abgelehnt, ist das im Blutgruppenbuch, im Computer und auf dem Anforderungsschein zu vermerken.

Für die Abklärung von Antikörpern bzw. Kreuzproben stehen Vordrucke zur Verfügung, die vollständig auszufüllen sind.

Vom Labor ist darauf zu achten, dass folgende Punkte ausgefüllt sind:

- Personalien des Patienten (Adressette)

- Angabe der Blutgruppe, Rh-Faktor, ggf. Untergruppe

- Reaktionsausfall des AKS mit Angabe von Methode und Milieu

- bei bekannten Patienten Hinweis auf Vorbefunde (Protokollnummer)

- Angabe der Station und Unterschrift des Arztes

- korrekte Beschriftung der Röhrchen

Den Probenversand im Infobuch eintragen, damit auch der Bereitschaftsdienst informiert ist.

 

Konserven und Probentransport

Der Probentransport erfolgt je nach Dringlichkeit mit Kühlwagen, Taxi (nur Versand oder Versand und Rücktransport), Mietwagen aus Kreuznach (für reinen Rücktransport) oder Krankenwagen (Notfälle). Der Einsatz eines Hubschraubers erfolgt nur auf Anweisung des Arztes.

Befunde von der Blutbank :

- Original an Station

- Kopie in unserem Ordner abheften

- Befundkurzform in die EDV eingeben

Kontrollbefunde bzw. Zweitbefunde mit Datum in der EDV aktualisieren.

Abklärung von Transfusionszwischenfällen

Für die Abklärung von Transfusionszwischenfällen steht ein Vordruck der Blutbank zur Verfügung. Dieser muß vom Arzt vollständig ausgefüllt werden.

Für die Abklärung von Transfusionszwischenfällen steht ein Vordruck der Blutbank zur Verfügung. Dieser muß vom Arzt vollständig ausgefüllt werden.

Eingeschickt werden muß das Kreuzblut von vor Transfusion, zwei Monovetten und ein EDTA-Röhrchen nach Transfusion und der Blutbeutel. Offene Schläuche am Blutbeutel müssen aus hygienischen Gründen abgeklemmt werden (Klemmen und Zange im Schrank am Blutgruppenplatz).

Qualitätskontrolle

Die Qualitätskontrolle für die Blutgruppenbestimmung und den AKS ist einmal täglich montags bis freitags durchzuführen. Die Dokumentation erfolgt auf den dafür vorgesehenen Formularen, die dann abgeheftet werden.

Die Dokumentation der verwendeten Reagenzienchargen erfolgt im Blutgruppenbuch immer dann, wenn ein neues Fläschchen angebrochen wird. Das Fläschchen wird mit einem Kreuz markiert.

Temperaturkontrolle

·       Ablesung der Temperatur von Wasserbad, Inkubatoren, Reagenz- und Probenkühlschrank und Eintragen in die entsprechende Liste.

·       Konservenkühlschrank 1 und 2 und GFP-Schrank wird über Fühler und PC-Programm überwacht (siehe SOP). Speicherung der Werte auf Festplatte.

·       Der GFP-Schrank wird zusätzlich noch manuell abgelesen.

 

II. Arbeitsanleitungen

Blutgruppenbestimmung

Untersuchungsmaterial:

Nativblut und Lithium-Heparinblut: einmal auswaschen und Herstellung einer

3-5%igen Eryaufschwemmung

Nabelschnurblut: 3x auswaschen und Herstellung einer 3-5%igen Aufschwemmung

Beschriften der Röhrchen für die Eryeigenschaften mit A, B, und AB, für die Serumeigenschaften mit A1, A2, B, O,

Tropfschema:

Erythrozyteneigenschaften

Serumeigenschaften

Ansatz: je 1Tr. Testserum in ein Röhrchen geben, je 1 Tr. Eryaufschwemmung dazugeben, mischen, zentrifugieren, aufschütteln, ablesen, protokollieren

Ansatz: je 2 Tr. Patientenserum in ein Röhrchen geben, je 1Tr. Testerys A1, A2, B und O dazugeben, mischen, zentrifugieren, aufschütteln, ablesen, protokollieren

Reaktionsausfall

 

 

Anti-A

Anti-B

Anti-AB

A1-Ery

A2-Ery

B-Ery

O-Ery

Blutgruppe

+

-

+

-

-

+

-

A

-

+

+

+

+

-

-

B

+

+

+

-

-

-

-

AB

-

-

-

+

+

+

-

0

Das Zentrifugieren aller Reaktionsansätze im Röhrchen erfolgt mit der Immucent 30 Sekunden bei Low .

Die Ergebnisse sind nur bei eindeutig negativer Reaktion der O-Erythrozyten zu bewerten.

Bei Neugeborenen und Frühchen werden keine Serumeigenschaften angesetzt.

Hier erfolgt ein doppelter Ansatz der Eryeigenschaften mit Antiseren von zwei verschiedenen Herstellern.

Vorgehen bei schwachen oder fehlenden Isoagglutininen

 

Vorkommen: z.B.bei älteren Menschen, Immunglobulinmangelerkrankungen

 

1.Ansatz mit doppelter Serummenge:

4 Tropfen Patientenserum

                                   je 1 Tropfen Testerys, mischen

                                   10 Min. bei Raumtemperatur inkubieren

                                   zentrifugieren,

                                   auf Agglutionation prüfen

Bestimmung des Rh-Faktors

Untersuchungsmaterial: wie für Blutgruppenbestimmung

Beschriften der Röhrchen mit D1, D2, Rh-Kontr.

Ansatz:

Je 1 Tropfen Anti-D und Rh-Kontrolle und 1 Tr. Eryaufschwemmung des Patienten in das entsprechende Röhrchen geben, mischen, zentrifugieren, aufschütteln ablesen und protokollieren.

Das Ergebnis ist nur bei eindeutig negativer Reaktion der Rh-Kontrolle zu bewerten.

Reaktionsausfall siehe Tabelle: Bestimmung des Rh-Faktors

Die Blutgruppen- und Rh-Bestimmung wird immer zusammen angesetzt und kann nur beurteilt werden, wenn die Rh-Kontrolle und die O-Erythrocyten eindeutig negativ ausfallen.

Ansatz Anti-D Blend:

Untersuchungsmaterial wie für Blutgruppenbestimmung.

In einem entsprechend beschrifteten Röhrchen 1 Tropfen Anti-D Blend und 1 Tropfen Eryaufschwemmung des Patienten mischen.

Zentrifugieren, unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Bei negativem, schwachem oder zweifelhaftem Befund 15-30 Min bei 37° im Wasserbad inkubieren. Erneut zentrifugieren und auf Agglutination prüfen.

3x auswaschen und zum Sediment 2 Tropfen Antihumanglobulin zugeben, mischen und zentrifugieren. Unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Positive und negative Kontrolle ist mitzuführen.

Für die negativ-Kontrolle erfolgt der Ansatz von Rh-Kontrolle mit Patientenaufschwemmung. Für die positiv-Kontrolle erfolgt der Ansatz von Anti-D Blend mit Dweak-Konrollerythrocyten.

Bestimmung der Rh-Untergruppen

Wenn der behandelnde Arzt eine Untergruppenbestimmung anfordert, bzw. es sich um einen Patienten aus der definierten Patientengruppe handelt (siehe "Allgemeine organisatorische Regelungen, Blutgruppenbestimmung"), erfolgt die Bestimmung der Rh-Untergruppen und des Merkmals Kell.

Untersuchungsmaterial: wie für Blutgruppenbestimmung

Der Nachweis von C, c, E, e erfolgt im Doppelansatz mit Antiseren von zwei verschiedenen Herstellern, oder von einem Hersteller einmal monoklonal und einmal polyklonal( Die aktuell verwendeten Testseren sind in der entsprechenden Liste aufgeführt.).

Beschriften der Röhrchen mit C, c, E, e.

Ansatz:

Je 1 Tropfen Testserum in das entsprechende Röhrchen geben und je ein Tropfen Erysuspension dazugeben, mischen,

Inkubation: polyklonale Testseren 15-30 Min bei 37°, monoklonale Testseren 5 Min. bei 20°.

Zentrifugieren, aufschütteln, ablesen und protokollieren.

Reaktionsausfall und Interpretation:

Anti-C

Anti-c

Anti-E

Anti-e

Rh-Formel

+

-

-

+

CCee

-

+

+

+

ccEe

-

+

-

+

ccee

+

+

-

+

Ccee

-

+

+

-

ccEE

+

+

+

+

CcEe

+

-

+

+

CCEe

+

+

+

-

CcEE

+

-

+

-

CCEE

 Achtung: bei der Ablesung auf Mischfeldagglutination achten!

Im Normalfall sieht man eine Agglutination vor hellem Hintergrund. Bei der Mischfeldreaktion sieht man eine Agglutination vor rötlichem Hintergrund. Hier liegen agglutinierte und nicht agglutinierte Erys in einem Röhrchen vor. Dies entsteht durch Transfusion von Untergruppenungleichen Konserven.

Das Ergebnis kann nicht sicher ermittelt werden.

Befund: Untergruppe kann nicht sicher bestimmt werden. Erneute Bestimmung in 4-6 Wochen.

Wenn eine Transfusion dringend erforderlich ist, die Buchstaben, die unklar reagieren nicht transfundieren. Die Untergruppe als „wahrscheinlich .........“ dokumentieren und rausgeben.

Den Patienten auf Vortransfusionen prüfen.

 

Bestimmung des Kell-Antigens

Untersuchungsmaterial: wie für Blutgruppenbestimmung

Ansatz:

In einem entsprechend beschrifteten Röhrchen 1 Tropfen Testserum Seraclone Anti-K und 1 Tropfen Eryaufschwemmung mischen.

5-15 Min. bei 20° inkubieren.

Zentrifugieren, aufschütteln, ablesen und Ergebnis protokollieren.

Reaktionsausfall und Interpretation:

Fällt die Reaktion negativ aus, so ist der Patient Kell negativ (kk) und erhält Kell-negative Konserven.

Fällt die Reaktion positiv aus, so ist der Patient Kell-positiv (Kk oder KK).

Um zu differenzieren zwischen Kk und KK wird in diesem Fall das Anit-k (Anti-cellano) bestimmt.

 

Ansatz:

In ein entsprechend beschriftetes Röhrchen 1 Tropfen des Testserums Anti-k und 1 Tropfen Erysuspension des Patienten geben, mischen.

30-60 Min. bei 37° im Wasserbad inkubieren.

3 mal auswaschen, zum Sediment 2 Tropfen Antihumanglobulin zugeben, mischen, zentrifugieren.

Unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Reaktionsausfall und Interpretation:

Bei positivem Reaktionsausfall hat der Patient ein Klein-k, ist also Kk. Das bedeutet, er kann Kell-negative Konserven bekommen.

Ist Anti-k negativ, so ist der Patient KK und muß Kell-positive Konserven bekommen.

90% der Bevölkerung sind Kell neg. (kk), 10% sind Kk und 0,01% sind KK.

Es ist unbedingt zu vermeiden, dass ein KK-Träger kk-Konserven transfundiert bekommt, da nach der Bildung von Anti-k (Anti-cellano) die Versorgung mit Konserven für diese Patienten nur sehr schwer möglich ist.

Positive und negative Kontrolle ist beim Coombstest mitzuführen.

 

Antikörpersuchtest

Der Ansatz des Antikörpersuchtests erfolgt mit der Kartentechnik im Diamed-System in der LISS/Coombs-Karte.

Diluent 2 und Suchzellen auf Raumtemperatur bringen.

Untersuchungsmaterial: 1%ige Erysuspension

Herstellung: Patientenblut einmal auswaschen, vom Bodensatz 10 µ Blut pipettieren und in einem Röhrchen mit 1 ml Diluent 2 mischen. Röhrchen mit Patientenname beschriften.

Auf einer Liss/Coombs-Karte die entsprechenden Säulen beschriften mit 1, 2 und EK.

Zum tropfen der Eryaufschwemmung Strohhalme verwenden, Serum mit der Diamed-Pipette pipettieren.

 

Tropfschema:

1 Tropfen Eryaufschwemmung des Patienten bzw. der Suchzellen 1 und 2 in die entsprechende Säule tropfen,

25 µl Serum dazugeben,

Karte 15 Min. im Inkubator bei 37° inkubieren,

10 Min. zentrifugieren (definierte Zeit in der Diamed-Zentrifuge),

ablesen, dokumentieren.

 

Reaktionsausfall:

Zum Ablesen Vorder- und Rückseite der Säulen auf Agglutination prüfen.

Ablesung und Interpretation darf nur nach der ersten Zentrifugation erfolgen.

Als negativ gilt ein Erythrocytenknopf am Boden der Säule. Als positiv gelten alle

Reaktionen wenn Agglutinate am oberen Rand der Säule sitzen, von dort nach unten fallen oder von unten aufsteigen.

 

Kreuzprobe

Die Kreuzprobe erfolgt mit der Kartentechnik im Diamed-System in der Liss/Coombs-Karte.

Untersuchungsmaterial: 1%ige Erysuspension von Patient und Konserve

Herstellung: Patientenblut einmal auswaschen, vom Bodensatz 10ðml Blut pipettieren und in einem Röhrchen mit 1 ml Diluent 2 mischen. Röhrchen mit Patientenname beschriften.

Von der Konserve ein Schlauchsegment abtrennen, Inhalt in ein Leerröhrchen geben, einmal auswaschen, Überstand abkippen, vom Bodensatz 10 µl Blut pipettieren und in einem neuen Röhrchen mit 1 ml Diluent 2 mischen. Röhrchen mit der Konservennummer beschriften oder mit einem Serviceetikett von der Konserve bekleben.

 

Zum Tropfen der Eryaufschwemmung Strohhalme verwenden, Serum mit der Diamed-Pipette pipettieren.

Ansatz:

Säulen einer Liss/Coombs-Karte mit den entsprechenden Konservennummern und EK beschriften.

Je 1 Tropfen Eryaufschwemmung von Konserve und Patient in die entsprechende Säule pipettieren.

25 µl Serum dazugeben.

Karte 15 Min. im Inkubator bei 37° inkubieren.

10 Min. zentrifugieren (definierte Zeit in der Diamed-Zentrifuge).

Ablesen und dokumentieren.

 

Reaktionsausfall und Interpretation:

Zum Ablesen Vorder- und Rückseite der Säulen auf Agglutination prüfen.

Ablesung und Interpretation darf nur nach der ersten Zentrifugation erfolgen.

Als negativ gilt ein Erythrocytenknopf am Boden der Säule. Als positiv gelten alle

Reaktionen wenn Agglutinate am oberen Rand der Säule sitzen, von dort nach

unten fallen oder von unten aufsteigen.

 

Ansatz der Qualitätskontrolle

Die Qualitätskontrolle erfolgt mit Quick-Chek der Firma Organon.

Der Ansatz erfolgt nach dem beiliegenden Schema, wird auch dort dokumentiert und wöchentlich abgeheftet.

1. Blutgruppenbestimmung

Die Erythrocyten des Quick-Chek sind gebrauchsfertig.

Der Ansatz erfolgt nach dem beiliegenden Schema.

Die beiden Anti-D IgM werden im tägliche Wechsel eingesetzt.

2. indirekter Coombstest

Der positive Ansatz erfolgt mit dem Quick-Chek-Serum und der negative Ansatz mit AB-Serum.

Ansatz:

Beschriften einer LISS/Coombs-Karte mit Suchzelle 1, 2 und negativ-Kontrolle.

Je 1 Tropfen Suchzelle 1 und 2 in die ersten beiden Säulen, Suchzelle 1 in die dritte Säule.

Je 25 µl Quick-Chek Serum in die beiden ersten Säulen, 25 µl AB-Serum in die dritte Säule pipettieren.

15 Min. im Inkubator bei 37° inkubieren,

10 Min. zentrifugieren (definierte Zeit in der Diamed-Zentrifuge),

ablesen, dokumentieren.

Reaktionsausfall:

Die beiden ersten Säulen müssen positiv ausfallen, die dritte Säule fällt negativ aus.

 

Direkter Coombstest

Der direkte Antiglobulintest dient dem Nachweis von Antikörpern und Komple-mentfaktoren, die sich in vivo an die Probanden-Erythrocyten gebunden haben.

Anwendung:

1. Bei Neugeborenen zur Diagnose eines Morbus hämolyticus neonatorum (Mhn). Nachweis einer Beladung kindlicher Erythrocyten mit mütterlichen placentagängigen IgG-Antikörpern.

2. Bei Patienten mit Verdacht autoimmunhämolytische Anämie. Nachweis von Autoimmunantikörpern.

3. Zur Abklärung von Transfusionsreaktionen. Nachweis einer in vivo Antigen-Antikörper-Reaktion zwischen Alloantikörpern des Patienten und den transfundierten Erythrocyten, die das korrespondierende Antigen tragen.

Untersuchungsmaterial:

Nabelschnurblut (3-5 mal auswaschen), EDTA-Blut, Vollblut

Ansatz:

Der Ansatz erfolgt immer in Doppelbestimmung mit zwei verschiedenen Antihumanglobulinen von zwei verschiedenen Firmen.

3-4 Tropfen Erythrocytenaufschwemmung des Patienten in zwei entsprechend beschriftete Röhrchen geben. 3xmal auswaschen, 2 Tropfen AHG zugeben, mischen, zentrifugieren. Unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Ansatz von Anti-CDE

Untersuchungsmaterial: wie für Blutgruppenbestimmung

Ansatz:

In einem entsprechend beschrifteten Röhrchen 1 Tropfen Testserum und 1 Tropfen Erysuspension mischen, zentrifugieren, unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Bei negativem, schwachem oder zweifelhaftem Befund das Röhrchen 15-30 Minuten bei 37° inkubieren, zentrifugieren und unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

 

Ansatz der Eigenkontrolle im Röhrchen

Untersuchungsmaterial: Herstellung einer 3-5%igen Eryaufschwemmung des Patienten.

Empfehlung: Blut von Dialyse- und Nephropatienten dreimal auswaschen.

Ansatz:

Zwei Tropfen Patientenserum und ein Tropfen Patientenaufschwemmung in ein beschriftetes Röhrchen geben.

Zwei Tropfen LISS dazugeben, mischen und 10 Min. bei 37° im Wasserbad inkubieren.

Zentrifugieren und unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

In der Waschzentrifuge dreimal auswaschen und auf das Erythrocytensediment zwei Tropfen AHG geben. Mischen, zentrifugieren und unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Ein negatives Ergebnis mit Coombskontrollzellen überprüfen, d.h. ein Tropfen Coombskontrollzellen zugeben, mischen, zentrifugieren und unter leichtem Aufschütteln auf Agglutination prüfen. Das Ergebnis muß jetzt positiv ausfallen.

Bei negativem Ausfall dieser Kontrolle ist der Ansatz ungültig und muß wiederholt werden.

 

 Immunes Anti-A/Anti-B bei Neugeborenen

Immunes Anti-A und immunes Anti-B im kindlichen Serum sind immer mütterlichen Ursprungs und können bei Vorliegen der Blutgruppe A oder B beim Kind einen M.h.n. auslösen. Aus diesem Grunde kommt dem Nachweis von freiem Immunen Anti-A und Anti-B eine große klinische Bedeutung zu.

Das kindliche Serum wird gegen bekannte A1-, B- und O-Erythrocyten getestet.

Verwendet werden die Erythrocyten der Serumgegenprobe bei der Blutgruppenbestimmung.

 Ansatz:

3 Röhrchen mit A, B und O beschriften.

In jedes Röhrchen 1-2 Tropfen Serum vom Neugeborenen geben.

In Röhrchen "A" 1 Tropfen A1-Erythrocyten,

in Röhrchen "B" 1 Tropfen B-Erythrocyten,

in Röhrchen "O" 1 Tropfen O-Erythrocyten (= negative Kontrolle) zugeben.

Mischen, zentrifugieren und unter vorsichtigem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Wenn Kind Blutgruppe A, die Röhrchen "A" und "O",

wenn Kind Blutgruppe B, die Röhrchen "B" und "O" 30 Minuten bei 37° im Wasserbad inkubieren.

3 mal auswaschen und 2 Tropfen AHG zugeben, mischen, zentrifugieren und unter vorsichtigem Aufschütteln auf Agglutination prüfen.

Negative Ergebnisse müssen mit Coombskontrollzellen überprüft werden, d.h. in jedes negative Röhrchen 1 Tropfen Coombskontrollzellen zugeben und zentrifugieren. Das Ergebnis muß jetzt positiv ausfallen. Ist dies nicht der Fall, so ist der Ansatz zu wiederholen.

Bewertung:

Agglutination im "A" bzw. "B" Röhrchen = freies immunes Anti-A (-B) vorhanden

keine Agglutination = im "A" bzw. "B" Röhrchen = kein freies immunes Anti-A (-B) vorhanden

 

Geräte die im Blutgruppenserologischen Labor verwendet werden

1. Waschzentrifuge Serocent, Fa. Dade

2. Zentrifuge Immucent II, Fa. Dade

3. Wasserbad 37°, Fa. Köttermann

4. Inkubator ID 37°, Fa. Diamed

5. Zentrifuge ID, Fa. Diamed

6. Pipette ID, Fa. Diamed

7. Pipetten 20 µl und 50 µml, Fa. Eppendorf

8. Kühlschrank 1 für Reagenzien

9. Kühlschrank 2 zum Aufbewahren der Blutproben

10. zwei Konservenkühlschränke, Fa. Kirch

11. Gefrierschrank für GFP, Fa. Elektrolux