Benchmark light

 

Für die Versorgung eines mittleren Krankenhauses werden jährlich eine Vielzahl verschiedener (>500, mit den externen Analysen) und eine sehr große Anzahl (> 1 Million/Jahr) Laboruntersuchungen notwendig.

Das Benchmarking erfordert deshalb einen erheblichen technischen und personellen Aufwand.

Die Ergebnisse können auch nach der Aufbereitung nur mit fundierten Fachkenntnissen interpretiert werden.

 

Benchmark light wurde konzipiert, um mit der Zählung weniger Untersuchungen (<30) das Anforderungsverhalten zu beschreiben und in einen periodischen und in einen vergleichenden Kontext zu setzen.

 

Für die Auswahl der Untersuchungen wurden folgende Kriterien festgelegt:

·      Untersuchungen aus dem Bereich der ‚Massenparameter‘ den Bereichen klinische Chemie (Natrium, Kreatinin, CRP), Immunologie (TSH), Gerinnung (Quick), Hämatologie (kleines Blutbild).

·      Untersuchungen aus dem Bereich der Reflexanalytik (Glukose, Hba1c, fT3, fT4, Fibrinogen).

·      Einzelne hochpreisige Untersuchungen (Troponin, Procalcitonin, BNP)

·      Untersuchungen aus dem Bereich Mikrobiologie (GOÄ MIV) werden komplett gezählt und zusätzlich zwei Gruppen (Anforderungsanalysen) und hochpreisige PCR Analysen ausgewiesen.

 

Wie die bisherigen Auswertungen bestätigen, sind folgende Interpretationen zutreffend:

·      Massenparameter werden dort erhöht sein, wo umfangreiche Aufnahmeprofile auch noch zur Folgediagnostik eingesetzt werden.

·      Ohne Stufendiagnostik sind sogenannte Reflexanalysen erhöht.

·      Die ungeregelte Anforderung von ‚teuren‘ Laboranalysen wird durch fehlende Absprachen begünstigt.

·      Mikrobiologische Anforderungen sind bei umfangreichen Screening- und PCR-Untersuchungen, sowie bei fehlender Prüfung von Vorbefunden und fehlender Einordnung in Risikogruppen erhöht.

Das Benchmark light hat zusätzlich den Vorteil, dass es um Analyte erweitert werden kann, die aus unterschiedlichen Gründen in den Fokus genommen werden, weil sie beispielsweise aktuell stark ansteigen oder größtenteils ersetzbar sind (z.B. Myoglobin, BSG).

 

Auswertung:

Die Auswertung kann sowohl periodisch als auch vergleichend mit anderen Krankenhäusern erfolgen. Dazu werden Kennzahlen erstellt.

Sowohl große periodische Änderungen als auch erhöhte Vergleichswerte sollten vor Ort einer detaillierten Analyse unterzogen werden.

Dies gilt aber ebenso für ein komplettes Benchmarking.

 

Benchmarking light kommt mit ‚Bordmitteln‘ aus (Laborstatistiken). Vergleiche von Einsendergruppen oder Fachbereichen (z.B. Chirurgie) sind möglich, wenn die Ausgangszahlen korrekt zu trennen sind.  Sondereffekte wie sie beispielsweise durch eine große Psychiatrie mit wenigen Laboruntersuchungen entstehen, könnten ebenfalls berücksichtigt werden.

 

Maßnahmen:

a.            Benchmark dient primär nicht zur Kontrolle, sondern zur Einordnung.

b.            Sich auf den Weg machen, um eine zielgerichtete medizinisch notwendige Laborversorgung sicherzustellen.

c.             Möglich wird das durch die Erarbeitung, Absprache und Einführung von diagnostischen Pfaden.

 

Beispiel Benchmark light Report mit Beurteilung:

Beispiel eines Benchmark light Reports 

 Erweiterung von Benchmark light: Laborreport

Benchmark light hilft bei der Einordnung des Anforderungsverhaltens (Externe Kennzahlen).

Mit einer einfachen Erweiterung kann auch die interne wirtschaftliche Erbringung geprüft werden (Interne und externe Kennzahlen). Da die Datenerhebung sich teilweise überschneidet, ist der Mehraufwand überschaubar.

Zusätzlich wären standardisierte Angaben zu den Personal- und Sachkosten, und den Ausgaben für Untersuchungen in fremden Instituten notwendig.

 

Benchmark light versus komplettes Benchmark

Benchmarking light

Die Vorteile liegen vor allem in der kompakten Datenmenge.

Die Sammlung der Daten kann vor Ort durch die Controllingabteilung (Krankenhausdaten) und die Laborleitung (Analysendaten) erfolgen.

Der periodische Verlauf kann ebenfalls vor Ort vorgenommen werden. Die Vergleiche mit anderen Krankenhäuser erfolgen zentral und werden anonymisiert zur Verfügung gestellt.

Eine Erweiterung um zusätzliche Untersuchungen ist auch retrospektiv möglich.

Bei Bedarf sind Auswertungen für einzelne Fachbereiche möglich.

Der Arbeitsaufwand je Einrichtung und der zentralen Auswertungsstelle bleibt überschaubar und bedarf keiner zusätzlichen Software.

Detaillierte Auswertungen und Bewertungen sind mit Benchmark light zentral nicht möglich.

 

Komplettes Benchmark

Die Datensammlung und Auswertung erfordern zusätzliche Hard- und Software.

Änderungen von Untersuchungen und Einsendern müssen zeitaufwendig für jede Einrichtung administriert werden.

Die automatisierte Interpretation muss erst noch erarbeitet werden.       

Sondereffekte wie sie in jedem Krankenhaus interperiodisch eintreten, können zentral nicht ohne Rückfragen bewertet werden.

 

Zusammenfassung

Benchmarking light ist eine Alternative zu dem kompletten Benchmark und genügt in den meisten Fällen als Steuerungsinstrument