Leistungszählung Blutgase, Elektrolyte u.a.

Schwierigkeiten bei der Bewertung von Blutgas- und Elektrolytbestimmungen

Wie schon an anderer Stelle festgestellt, ist der GoÄ-Katalog zur Leistungsabrechung und nicht zur statistischen Leistungszählung und Bewertung entworfen worden.

Die Entwicklung, vor allem im POCT-Bereich, hin zu Profilgeräten macht es schwierig die Untersuchungen adäquat zu bewerten.
Ursprünglich war es die Blutgasbestimmung, die gezielt benötigt und mit der Ziffer 3710 und 90 Punkten bewertet wurde.

Jetzt werden an diesen Geräten aus einer Blutprobe mehr oder weniger viele Einzelwerte gemessen, die für die jeweilige Fragestellung oft nur teilweise relevant sind.
Eine Zählung und Bewertung aller gemessenen Ergebnissen nach dem GoÄ-Katalog kann eine statistische Auswertung und einen Vergleich mit konventionellen Untersuchungen im Labor stark zu Lasten der Labordiagnostik verfälschen (siehe Beispielrechung). Eine Zählung der benötigten Untersuchungen ist elektronisch nicht vorgesehen.

Beispielrechnung:  Blutgase (Ziffer 3710, 90 Punkte) + Calcium (Ziffer 3555, 40 Punkte) + Kalium (Ziffer 3557, 30 Punkte) + Natrium (Ziffer 3558, 30 Punkte) + Bilirubin (Ziffer 3582, 40 Punkte) + Harnstoff (Ziffer 3584, 40 Punkte) + Kreatinin (Ziffer 3587, 40 Punkte) + Glukose (Ziffer 3560, 40 Punkte) =  8 Untersuchungen mit 350 Punkte.

Bei 25.000 Messungen/a in einem mittleren Krankenhauses würden bei der Zählung einer Blutgasmessung 2.250.000 Punkte und bei der Zählung aller Einzelergebnisse 200.000 Untersuchungen mit 8.750.000 Punkte in die Statistik eingehen.
Die Laktatbestimmung (Ziffer 3781, 220 Punkte) wurde wegen der zusätzlichen die Forderung einer photometrischen Messung in der GoÄ  noch gar nicht berücksichtigt.


Da auch die Finanzierung der Geräte in der Regel auf Testpreisbasis erfolgt, sollte hier auf Basis des Tests gezählt und bewertet werden.

Damit wäre eine einheitliche statistische Bewertung mit einer Bestimmung (Ziffer 3710) und 90 Punkten sinnvoll.